Bebop und Hard Bop

Modern Jazz ist eigentlich ein etwas irreführender Namen. Denn ihre Ursprünge hat die “moderne” Spielart des Jazz bereits in den 1940er Jahren mit der Entwicklung des Bebop und der Weiterentwicklung zum Hard Bop in den 1950er Jahren.

Die Entstehung des Bebop

Anfang der 1940er Jahre wurde Swing nach und nach durch eine neue, schnelle Form des Jazz abgelöst. Sie zeichnete sich durch ein schnelles Tempo und komplexe Melodien aus und war freier im Rhythmus als vorangegangene Musikstile. Der Name: Bebop. Wie so oft im Jazz ist unklar, woher der Name “Bebop” ursprünglich stammt. Vermutlich ist er auf die Art und Weise zurückzuführen, mit der sich die Musiker neue Melodien vorsummten. Um der Komplexität der Rhytmen gerecht zu werden, nutzten sie sogenannte “Scat-Silben” wie zum Beispiel “re”, “de”, und eben “be” und “bop”. Daraus leitete die Presse den Namen “Bebop” ab, der sich schnell auch innerhalb der Szene durchsetzte. Gegen diese Theorie spricht jedoch, dass das Scatten an und für sich eine eigene Musikart ist und keineswegs dem Bebop zugeordnet werden kann – auch wenn die Silben dafür sprechen würden.

Ein Kritikpunk vieler Musiker, allen voran Miles Davis, an der neuen Musikrichtung Bebop war jedoch der große Raum, der der Improvisation eingeräumt wurde. Davis kritisierte, dass Bebop-Songs keine Harmonien hätten, die man auf der Straße vor sich hin summen könne. Das ist auch der Grund, wieso sich der Bebop schnell weg von der Populärmusik hin zur reinen Kunstform entwickelte.

Während sich der Bebop immer zu einer immer schnelleren und komplexeren Musikart entwickelte, die oft hektisch und abgehackt wirkte, entwickelte sich parallel dazu eine weitere Spielart des Bebop, die vor allem von der afro-amerikanischen Bevölkerung gespielt wurde und als Gegenentwurf zum West Coast Jazz verstanden. Die Rede ist vom Hard Bop.

Hard Bop: die Weiterentwicklung des Bebop

Während der Bebop immer komplizierter und schneller wurde, entstand eine parallele Szene, die die technischen Melodienfolgen und komplexen Harmonien des Bebop vereinfachte, ohne dabei an Intensität und Schnelligkeit zu verlieren. Beim Hard Bop wurde die Grundstruktur des Bebop mit den Melodien und Strukturen von Blues und Soul kombiniert. Der daraus entstandene Sound war nach wie vor schnell und lies dem Schlagzeuger Freiheiten im Grundrhythmus. Jedoch gab es der Musik das, was Miles Davis beim Bebop vermisst hatte: eine Melodie, die man auch auf der Straße summen könnte.

Wichtige Vertreter des Hard Bop waren Musiker wie Dexter Gordon, Sonny Rollins oder Curtis Fuller, die allesamt zuvor in Jazz- oder Swing-Ensembles gespielt hatten. Aber auch Musiker wie Miles Davis oder John Coltrane, die eigentlich einen eher klassischen Stil des Jazz spielten, nahmen Mitte bis Ende der 1950er Jahre mehrere Stücke im Hard op auf und spielten diese auch immer wieder als Teil ihres Liverepertoirs.

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